Verantwortung für mehr als 100.000 Mitarbeiter

Magret Suckale, deutsche Managerin und derzeitiges Vorstandsmitglied beim Chemiekonzern BASF, verantwortet dort Personal, Umweltschutz, Instandhaltung sowie Sicherheit. „Es gibt im Dax vermutlich keine vergleichbare Position mit dieser Breite“, sagte sie in einem Gespräch mit einer Zeitung. „Solch eine Aufgabe wird einem nur einmal angeboten.“

Ein Jahr ist es jetzt fast her, dass Magret Suckle als Arbeitsdirektorin in den Vorstand zu BASF gerufen worden ist. Damit ist sie in der 145-jährigen Unternehmensgeschichte die erste Frau in solch einer Position. Schon früh hat die nun 56-Jährige diese Karriere angestrebt. In den 90-er Jahren hat Suckale den MBA für erfahrene Führungskräfte und einen „Executive Master of European and International Business Law“ auf ihren Studienabschluss in Jura draufgesattelt und auch heute strebt sie stetig an, sich fachlich und persönlich weiter zu entwickeln.

Der breiten Öffentlichkeit wurde sie als Vorstandsmitglied der Deutschen Bahn bekannt, wo sie ab 2005 den Personalbereich verantwortete. In diesem Zusammenhang machte sie sich als harte Verhandlungsführerin bei den Tarifverhandlungen einen Namen. Suckale war zu dieser Zeit lange die einzige Dame unter den rund 550 männlichen Vorstandsmitgliedern der hundert rentabelsten Unternehmen in Deutschland. Auch deswegen wählte die Financial Times Deutschland Suckale 2008 zur „einflussreichsten Business-Frau Deutschlands“. 2009 war sie dann als unschuldig geltend in der Datenaffäre der Deutschen Bahn verwickelt. Das gab sicherlich auch den Anlass zum Arbeitgeberwechsel. So übernahm sie am 1. Juli 2009 die Zentraleinheit „Global Human Resources“. Laut eigenen Angaben war der Wechsel aber kein spontaner und durch die Affäre ausgelöst, sondern langfristig anvisiert gewesen. „Nein, die Tatsache, dass sie eine Frau sei, war es wohl nicht allein, dass sie jetzt bei der BASF sei“, sagt sie. „Ich bringe auch Sachverstand mit.“

Gute Mitarbeiter müssen außerhalb des Lohns motiviert werden

Sie ist prinzipiell gegen die Frauen-Quote und meint, dass man um gute Mitarbeiter werben muss. Über das Geld allein seien die wenigsten zu bekommen. Daher soll in der Umgebung des BASF-Werkes bald ein Zentrum für „Work-Life-Management“ entstehen, welches Gesundheitsberatung, ein Fitnessstudio und eine umfassende Kinderbetreuung beinhaltet. Männer sind schließlich auch immer mehr in die Kindererziehung eingebunden, weiß sie. Ebenso ist Suckale für die Umsetzung eines ambitionierten Investitionsprogramms am Standort Ludwigshafen zuständig. Es klingt so, als sei ihr der Start bei dem Chemiekonzern gelungen und dass weiterhin viel zu tun ist.

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