Michelle Obama als Geheimwaffe im US-Wahlkampf

Die 48-jährige First-Lady ist beliebter als der Präsident.

Barack Obama und Mitt Romney sind mitten im Wahlkampf. Die Voraussagen pendeln von einer zur anderen Seite – hin und her. Der Kampf ist noch offen. Und nicht nur die zwei Herren versuchen in der letzten Phase vor der Abstimmung sich ins beste Licht zu rücken. Auch die Gattinnen neben Ihnen kämpfen, als wäre es ihr Kampf. Wenn man Michelle Obama bei der Präsentation zuschaut und sich ein wenig mit ihrem Leben beschäftigt, wundert man sich, warum sie sich eigentlich nicht anstelle ihres Mannes zur Wahl stellen lässt. Nicht umsonst soll ihr Mann in einem Interview schon gesagt haben: „Ich hasse es, nach ihr zu sprechen. Sie ist zu gut. Und sie sieht auch verdammt gut aus.“

Eine bewegende Biographie

Das Weiße Haus weiß, dass die Menschen Michelle lieben. Ihr Charme, ihre Sportlichkeit, ihr Stil, ihr Aussehen und ihre Geschichte machen sie zu einem außergewöhnlichen Menschen. Sie wächst im Ghetto von Süd-Chicago auf, in einer Familie, die manches Mal nicht weiß, wie sie an Geld für Medikamente des Vaters, der unter Multipler Sklerose leidet, herankommen soll. Doch das Milieu beeindruckt Michelle Obama kein bisschen. Sie überspringt aufgrund ausgezeichneter Leistung in der Schule Klassen und kommt mit einem Stipendium an die Princeton University, um dort Soziologie und afroamerikanische Studien zu studieren. Im Anschluss schreibt sie sich in Harvard ein und schließt das Jura-Studium mit Doktortitel erfolgreich ab, um darauf in einer Kanzlei in Chicago Karriere zu machen. In der Zeit vor Barack Obamas Präsidentschaft verdient sie sogar mehr als er. 1992 heiraten die beiden nach einer langen Werbungsphase seinerseits. Neun Jahre später sind beide Töchter auf der Welt. Dass sie Kind und Beruf unter einem Hut bekommt, zeigte Michelle Obama allen. Sie kletterte die Karriereleiter zur Beraterin des Bürgermeisters im Bereich Stadtplanung auf und verantwortete leitende Funktionen an der University of Chicago. Jedoch vor der ersten Wahlkampfperiode gab sie ihre Ämter mit dem dazugehörigen sechsstelligen Gehalt auf, um Barack Obama ganz im Wahlkampf bei Seite zu stehen. Wie man sieht, hätte der besser gebildete Teil der Obamas selbst auch locker eine Politikkarriere starten können.

Der Präsident hatte im Vorfeld selbst einmal zugegeben, dass er froh sei nicht gegen seine eigene Frau zu kandidieren. „Ich würde verlieren.“, war seine Prognose.

Ohne sie wäre der Wahlkampf undenkbar

Wie auch bei der ersten Wahl von Obama, wo seine Frau die Konkurrentin, Cindy McCain, völlig ausstach, steht die Siegerin der Herzen auch dieses Mal schon fest. Von Michelle Obama haben laut einer CNN-Umfrage 65 Prozent der befragten Amerikaner eine positive Meinung von ihrer First Lady; der Präsident kommt hingegen nur auf 56 Prozent. Michelle ist gleichermaßen Rollenvorbild und Stil-Ikone. So eine Frau ist ein Geschenk im Wahlkampf, da sind sich die Polit-Strategen einig.

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