IWF-Chefin Lagarde will mit Griechenland nicht neu verhandeln

Griechenlands Regierung will Sparvorhaben mit den Geldgebern aufweichen. Doch dagegen spricht sich Christine Lagarde lautstark aus.

Christine Lagarde ist eine Politikerin und Rechtsanwältin aus Frankreich. Ihre hohe Politikkariere begann sie 2007 im Kabinett unter Premierminister Francois Filon. Dort war sie bis 2011 Wirtschafts- und Finanzministerin. Seit Juli 2011 agiert sie nun als geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF). In beiden Positionen ist sie bisher die erste Frau in der Geschichte. Schon 2009 wurde Lagarde von Forbes Magazin zur 17. mächtigster Dame der Welt gekürt. Im selben Jahr zeichnete sie auch die Financial Times als „bester Finanzminister“ des Euro-Währungsgebietes aus. Laut Handelsblatt 7/2011 bekommt die Chefin des IWF ein Jahresgehalt von 467.940 Dollar plus eine pauschale Aufwandsentschädigung in Höhe von 83.760 Dollar. Diese Einkünfte muss die Französin nicht versteuern. Mit Antritt dieses Amtes verpflichtete sich Lagarde zu folgender Verhaltensregel: „Als geschäftsführender Direktor wird von ihnen erwartet, dass sie den höchsten ethischen Standards genügen, orientiert an den Werten von Integrität, Unparteilichkeit und Diskretion.“

Sie wird vermeiden, den Anschein des Ungebührlichen zu erwecken

Dass die IWF-Chefin einen harten Kurs fährt, der sie manches Mal auch übers Ziel hinaus schießen lässt, zeigt auch die jüngste Debatte. Lagarde hielt sich in ihrer Meinung nicht zurück, als es darum ging, mögliche Rabatte für Griechenlands Geldgeber zu diskutieren. In einem Interview  mit dem US-Sender CNBC wird sie deutlich: „Ich habe überhaupt keine Lust, zu verhandeln oder neu zu verhandeln“. Nicht lang ist es her, dass die IWF-Chefin sich aufgrund zu harter Worte an Griechenlands Bürger, sie sollen doch mehr Steuerdisziplin zeigen, entschuldigen musste. Außerhalb des Schuldenlandes jedoch schätzen die Menschen, vor allem in Deutschland, ihre klaren Worte. Obgleich auch in diesem Fall ihr Standpunkt unverrückbar bleibt, räumte sie vorausschauend im Gespräch ein, dass die griechische Regierung sicherlich „exzellente Zahlen“ bei der Umsetzung des Rettungspaketes vorzeigen könne. Die Sparbedingungen werden dann an die Leistungen der letzten Monate angepasst.

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