Ein Drittel Frau im Vorstand von Gruner und Jahr

Der Gruner und Jahr Verlag ist ein leuchtendes Beispiel, wenn es um die Unterstützung von Frauen in Führungspositionen geht. Ein Beispiel zum Vorzeigen ist Julia Jäkel, die Mitglied im Vorstand wurde.

Das neue Programm von Gruner und Jahr heißt „Female Factor“ und ist ganz auf die Förderung der Frauen in Führungspositionen ausgelegt. Dass das Programm nicht nur Augenwäscherei ist, zeigt die Berufung von Julia Jäkel in den Vorstand. Ab sofort wird sie das Zeitschriften- und Digitalgeschäft des Verlages in Deutschland regeln. Der Ausstieg von Vorgänger Bernd Buchholz lässt das erste Mal in der Managerspitze des Verlages eine Frau zu. Die 40-jährige Gattin vom früheren Tagesschausprecher wird nun an der Seite von Auslandsvorstand Torsten-Jörn Klein und Finanzvorstand Achim Twardy, beide um die 50 Jahre, die Troika vervollständigen.

Die Tatsache, dass sie eine Frau ist, wird ihr jedenfalls kaum zu dem Posten verholfen haben. Denn gewöhnlich stellt man ungern eine frisch gebackene Mutter von Zwillingen als Chefin für ein Unternehmen mit etwa 12.000 Mitarbeitern in der Welt ein. Sie hat es sich vielmehr verdient. Insbesondere profitiert Jäkel davon, dass sie im Laufe ihrer Kariere sowohl die Redaktions- als auch die Verlagsseite kennen gelernt hat und so viel weitsichtiger handeln kann. Vor ihrer Ernennung fungierte sie als Chefin der Verlagsgruppe G+J Life und fuhr insbesondere mit der Titel-Reihe Schöner Wohnen ein Mehr an Anzeigen und Auflagen ein.

Wie startet solch ein Leben?

Aus einem Arzthaushalt stammend, studierte sie nach einem Abitur mit 1,0 Politik, Recht, Geschichte, Volkswirtschaft in Heidelberg, Harvard und Cambridge. Im Anschluss nahm sie an der Nachwuchsförderung von Bertelsmann, der zu drei Viertel auch an ihrem jetzigen Arbeitgeber beteiligt ist, teil. Die Karriereleiter Stück für Stück erklomm sie erst als Geschäftsführerin von „Gala“, dann als Verlagsleiterin der „Financial Times Deutschland“ und der „Brigitte“Gruppe, bevor sie zu Gruner und Jahr Life kam.

G + J stehe „für Marken von großer publizistischer Tradition und für eine Vielzahl junger, erfolgreicher Medienprodukte. All diese Marken sind verankert in unserer Gesellschaft“, sagte Jäkel am Donnerstag. Sie freue sich darauf, den Verlag „in eine gute Zukunft – Print und Digital – zu führen.“

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