Frauenquote wiederholt abgelehnt

Die fehlende Mehrheit in der EU und im deutschen Bundestag führte erneut dazu, dass es vorerst keine Quote für Frauen in Aufsichtsräten geben wird.

Es ist eine fragwürdige Diskussion. Brauchen wir eine Frauenquote oder besteht schon eine Chancengleichheit und das schwächere Geschlecht sollte sich schon aus Stolz nicht unter die Arme greifen lassen. Ende Oktober ist der Vorschlag auf jedenfalls auf EU-Kommissionsebene und im Bundestag auf keine offenen Ohren gestoßen und aufgrund einer fehlenden Mehrheit abgelehnt worden. Damit ist der Vorschlag, dass Frauen künftig zu einem festen Prozentsatz in den Aufsichtsräten von börsennotierten Unternehmen sitzen und mitentscheiden, erst einmal nicht umsetzbar.

Angesichts der Verteilung von Frauen in den Aufsichtsräten wird die Frage nach einer Quote wiedergestellt werden müssen, um mit dem aktuellen Ungleichgewicht aufzuräumen. Nach Angaben der EU-Kommission sind in ganz Europa nur 13,5 Prozent der Mitglieder in Führungsposten feminin. In Deutschland selbst sind es 2,1 Prozentpunkte mehr, also 15,6.

Ändert sich denn überhaupt was?

Aber selbst bei einer Quotenverordnung würde sich noch lange nichts auf der Handlungsebene ändern. Eine oder zwei Frauen mehr im Aufsichtsrat können zwar auf der weiblichen Ebene versuchen Einfluss auf den Vorstand auszuüben, aber ob der sich gutwillig darauf einlässt, steht auf einem anderen Blatt Papier als der Gesetzentwurf geschrieben. Außerdem wer hat beobachtet, dass Frauen in Führungspositionen sehr viel frauen- und familienfreundlicher agieren als Männer? Denn eine Position auf der Ebene ist alles andere als familienfreundlich gestaltet. Viele Unternehmen, die mehr im weiblichen Glanz erscheinen wollen, suchen seit einiger Zeit vergebens in Deutschland nach geeigneten Frauen, die sich der Karriere statt den Kindern verschreiben wollen.

Bitte eine Quote für die Mutti!

Es ist ein Wunder, dass diese Debatte geführt werden muss angesichts der vermehrten und besseren Studienabschlüsse von jungen Frauen und dem Willen ganz nach oben zu kommen. Aber zwischen Studienabschluss und dem 40.Geburtstag treffen sie die Entscheidungen fürs Leben. Häufig fallen diese emotionsorientierter als bei den Männern aus. Diese sind vielmehr bereit dazu alles, wenn auch riskant, auf eine Karte zu setzen. Kann man es uns verdenken, dass wir von Natur aus weniger risikobereit sind?

Wenn man drüber hinweg sieht, dass Frauen meist bei gleicher Beschäftigung schlechter bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen und häufig die weniger einträglichen Berufe, z.B. sozialaffine Tätigkeiten, ausüben und meist die Doppelbelastung von Job und Familie tragen, ist doch alles ganz gerecht. Auf jeden Fall dürfen wir weiterhin beweisen, dass Wille und Können dazu ausreichen, ganz nach oben zu kommen.

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