Afrikas Bankenfrau

Maria Ramos ist eine Frau, die zwischen den Extremen schwankt. Einerseits schwingt sie die Peitsche und andererseits verteilt sie Zuckerbrot.

Sie ist als Tochter eines portugiesischen Einwandererpärchen in Südafrika aufgewachsen und saß mit 20 Jahren als Auszubildende hinter einem Bankschalter von Barclays. Damals konnte noch keiner ahnen, dass hier die einmal mächtigste Bankerin Afrikas lernt. Aber ein bisschen war sie damals schon etwas Besonderes. Denn als sie sich um das Stipendium und Lehrstelle bei Barclays bewarb, war das für eine Frau völlig unüblich. Trotzdem bekam Ramos das, worum sie kämpfte.

Als sie dann den Chefposten der Absa, die größte Bank Südafrikas einnahm, wurde mit dem Vorurteil, dass Frauen in der Finanzwelt nichts zu sagen haben, aufgeräumt.

Eine Frau an vielen Fronten

Doch damit nicht genug: Ramos kämpfte zur Zeit der Widerstandsbewegung an vorderster Front mit und arbeitete strategisch an einem Entwurf einer neuen Verfassung mit. In dieser Zeit wurde sie auch zur Generaldirektorien ins Finanzministerium befördert. Ihren größten Erfolg fuhr sie jedoch zweifelsohne als Chefin von Transnet ein. Der staatliche Infrastrukturkonzern bekam durch Ramos einen privatwirtschaftlichen Charakter und schrieb bei ihrem Verlassen im deutlichen Gegensatz zu vorher schwarze Zahlen.

Und eine weitere Herausforderung wartet schon auf Afrikas mächtigste Bankerin. Anfang Dezember 2012 beschlossen die zweitgrößte britische Bank und die südafrikanische Absa-Bank das schon lang bestehende Vorhaben, ihre Geschäfte in Afrika zu fusionieren. Die Transaktion ist 1,6 Milliarden Euro schwer. Aus dem Vorhaben wird das größte Kreditinstitut auf dem Kontinent mit 14,4 Millionen Kunden, 1300 Filialen und 43.000 Mitarbeitern entstehen. „Absa übernimmt die Afrika-Geschäftsgebaren von Barclays in zehn Ländern, im Gegenzug erhöht Mehrheitsaktionär Barclays seinen Anteil an Absa von 55,5 auf 62,3 Prozent“, lautet der Deal nach Aussagen der FAZ. Ramos wird die Geschäftsleitung des wohl Mitte 2013 entstehenden neuen Unternehmens Barclays Africa Limited bekommen.

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