2012 ging jeder 25.Chefposten an eine Frau

Das Managerinnen-Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) konnte leider nur eine minimale Erhöhung des Frauenanteils in den Vorstandsetagen Deutschlands feststellen.

Die neuen Zahlen von 2012 sind draußen und erlauben einen Vergleich mit dem Vorjahr. So zeigen sie, dass die positive Entwicklung in Sachen Fraueneinstellung seitens der Dax-Konzerne nicht für die Gesamtwirtschaft als Vorbild diente. Denn in den Chefetagen sind 2012 sind nur elf Frauen mehr zu finden als 2011. Für die Studie wurden 200 der umsatzstärksten Unternehmen (ohne Finanzsektor) vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) untersucht. Es gebe zwar mit gezählten 970 Führungskräften eine Menge Stellen auf dieser Ebene zu besetzten, doch fielen davon immer noch 931 an Männer und nur 39 an Frauen. Der weibliche Anteil an Chefposten liegt also 2012 bei 4 Prozent. Im Vorjahr sah das Bild sogar noch trauriger aus, denn mit 28 Frauen und 914 Männern in Chefsesseln ergab der Frauenanteil nur 3 Prozent. Die Dax-Unternehmen verzeichneten hingegen einen Anstieg von 3,7 auf 7,8 Prozent.

Deutschland auf Rang sechs im internationalen Vergleich

Die Prognose des Managerinnen-Barometers lässt sich jedoch nicht von dem Dax-Beispiel beindrucken und sieht keinen positiven Trend für alle Chefetagen im Jahr 2013 gesetzt. Die Erhöhung des Frauenanteils in den Dax-Vorständen erklären sich die Macherinnen so, dass die Konzerne unter größerem Druck stehen, da sie vermehrt im Fokus der Aufmerksamkeit sind. Kritisch wird auch angeführt, dass keine von den Vorständinnen Chefin eines Dax-Unternehmens ist.

Dafür gebe es laut Analyse mehr Damen in Aufsichts- und Verwaltungsräten. Hier liegt der Frauenanteil in den 200 größten Unternehmen nämlich bei 11,9 Prozent im Jahr 2011 und erhöhte sich in den letzten 12 Monaten auf 12,9 Prozent. In den Dax-Konzernen kletterte der Anteil sogar von 15,7 Prozent auf 19,4 Prozent.

Im EU-Vergleich rangiert Deutschland damit auf Platz sechs, also im oberen Mittelfeld. Doch dieses Mittelfeld liegt im weiten Abstand zu den führenden Ländern wie Norwegen, Schweden oder Lettland.

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