2013 und ein paar mehr Frauen auf Vorstandsebene

Acht Prozent der Vorstände von Dax-Konzernen sind weiblich

Es ist eine große Frage, die man gar nicht objektiv beantworten kann und doch stellt sie sich so häufig: Ist es sinnvoll eine Frauenquote für Führungsposten bzw. Vorstände einzuführen? Betrachtet man die momentane Entwicklung könnte man leicht zum Schluss kommen, dass es nur seine Zeit braucht und wir können von einer Pari-Pari-Situation ausgehen. Denn die Frankfurter Rundschau zählte vor wenigen Tagen die weiblichen Vorstandsmitglieder in den Dax-Konzernen. Es sind derweil 15 Damen in dieser hohen Ebene von den 30 Dax-Unternehmen. In der Telekomzentrale in Bonn sind es sogar schon zwei Frauen, die im Vorstand sitzen. An dem anvisierten Trio ist man ja 2011 nur knapp gescheitert. „Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die sicherlich damit zusammenhängt, dass die Dax-Konzerne im öffentlichen Fokus und damit unter besonderer Beobachtung stehen“, kommentiert Elke Holst vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) die aktuelle Lage.

Die zwei Seiten einer Frauenquote

Doch nur weil hier und da mal eine Frau mit dabei ist, kann man noch lange nicht von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen. Denn insgesamt sind es nur acht Prozent der Vorstandsmitglieder, die tagtäglich in der Führung ihre Frau stehen. Allein 17 Dax-Konzerne beriefen bisher nicht eine einzige Frau in die Vorstandsetage und wichtige Entscheidungen werden weiterhin traditionell in Männerzirkeln getroffen. Natürlich ist es ein großer Erfolg in Anbetracht, dass 2010 nur drei Frauen in den Top-Führungsebenen verweilten und dennoch schreit die im Schneckentempo voran schreitende Entwicklung geradezu nach einer Quote. Auch hier war die Telekom Vorreiter ohne Staatsdruck. Das Unternehmen hatte im März 2010 eine firmeneigene Frauenquote beschlossen. 30 Prozent der Führungspositionen sollen bis 2015 weiblich besetzt werden. Dass dieses Unterfangen nicht so einfach durchsetzbar ist und an mehreren Hürden scheitern kann, musste die Telekom in den letzten Jahren schmerzlich feststellen, obgleich der Vorsatz immer noch löblich und umsetzbar ist.

Die Kritiker bezeichnen die Quote dennoch als „Krampf“ und „Zumutung für Unternehmen und Frauen“. Denn die Damen, die auf einen Quotenplatz kommen, werden es vermutlich schwerer haben, als solche, die es von ganz alleine schaffen. Die wirtschaftliche Entwicklung dürfe man nicht zwingen und der Markt müsse sich alleine, liberal lenken.

Da waren`s nur noch 14

Die Stagnation der 15 Vorstandfrauen ist leider zukünftig nicht abzusehen, da für Ende dieses Jahres Barbara Kux ihren Vertrag bei Siemens nicht verlängern möchte und deshalb die Verantwortung für den Einkauf abgeben wird. Die 58-jährige Frau war seit Gründung des Elektrokonzerns vor über 160 Jahren die erste Frau an der Führungsspitze und die zweite Frau überhaupt in einem Dax-Konzern und das 2008.

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