Das Wunder von Yahoo

Nach der Rundumüberholung auf Anraten Marissa Mayers verzeichnet Yahoo einen Aufwärtstrend.

Marissa Mayers Einstellung im letzten Sommer scheint sich jetzt schon für Yahoo bezahlt zu machen. Denn nach vier Jahren schrieb der Internetkonzern das erste Mal wieder postive Zahlen in Sachen Umsatz. In der Endphase von 2012 wuchs der Umsatz um zwei Prozent, also auf 1,35 Milliarden Dollar und die Aktie legte ebenfalls um drei Prozent zu.

Yahoo konnte 2012 seinen jährlichen Gesamtumsatz minimal auf knapp 5,0 Milliarden Dollar anheben und behielt unterm Strich mehr als 3,9 Milliarden Dollar übrig. Das sind 400 Prozent mehr wie im Vorjahr. Dieser enorme Gewinnsprung entstand durch den Verkauf von Anteilen am chinesischen Internetkonzern Alibaba. Die Prognose des Managements für 2013 liegt bei einem Gesamtumsatz zwischen 4,75 und 4,88 Milliarden Dollar.

Mayer war von Yahoos Verwaltungsrat mit dem Anreiz, Yahoo wieder fit zu machen, vom Konkurrenten Google abgeworben worden. Sie willigte ein, stellte ein neues Führungsteam zusammen und traf unpopuläre, aber notwendige Entscheidungen. Eine davon war das Geschäft in Südkorea wegen mangelndem Profit einzustellen. Eine andere ist, dass jeder sechste Mitarbeiter im Rahmen des Sparprogramms gehen musste. Yahoo schrumpfte sich innerhalb eines Jahres von 14.100 Mitarbeitern auf 11.500 Mitarbeiter rentable.

Ein halbes Jahr und erste Zahlen später

In einer Telefonkonferenz zeigt Mayer den zukünftigen Weg auf: „Wir haben noch viel Arbeit vor uns, aber wir sehen erste positive Trends.“ Ungeduldig sollte jetzt keiner werden, mahnt die Yahoo-Chefin: „Der Weg zum Wachstum ist sicher, aber es wird nicht sofort kommen.“ Außerdem kostete der Firmenumbau der Internetfirma eine Menge Investitionen, die sich erst einmal wieder in Profit umschlagen müssen. Ihr Ziel ist es, neue und alte Nutzer (wieder) für Yahoo zu interessieren und sie dazu zu bewegen, länger auf der Seite zu verweilen. Personalisierte Werbung sei das Stichwort, um die Anzeigenkunden für sich zu interessieren. Der Plan der 37-Jährigen lautet, das Mobil- und Werbegeschäft bei Yahoo auf dem neuesten Stand zu bringen, damit der Konzern auch wieder mit den großen Wettbewerbern wie Google und Facebook mithalten kann. Die internationale Ausrichtung ist dabei oberstes Gebot. Denn etwa 75 Prozent der Einnahmen werden momentan noch aus dem amerikanischen Raum generiert und nur ein Zehntel in Europa, dem Nahen Osten und Afrika.

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