Barack Obama nominiert Mary Jo White zur neuen Chefin der Börsenaufsicht SEC

Nach Terroristenverfolgung und Mafia-Boss-Konfrontationen soll sich Mary Jo White nun den außer Kontrolle geratenen Finanzhaien widmen.

Die Frau ist auf den ersten Blick unscheinbar, 1,52 klein und wer sie nicht kennt, vermutet eine nette alte Dame. Doch der Scheint trügt. In Justizkreisen kursiert ihr Spitzname „Pitbull“ und dieser spiegelt am ehesten ihr Gemüt wieder. Die Staatsanwältin brachte Anfang der 90iger Gangster wie John Gotti und Scheich Umar Ab dar-Rahman, die berühmt dafür waren, der Justiz immer wieder ein Schnippchen zu schlagen und unversehrt zu entkommen, hinter Ginter. White geht also als kein unbeschriebenes Blatt an ihr neues Amt, bei dem sie zukünftig der Finanzbranche auf die Finger schauen bzw. auch klopfen soll. Barack Obamas Begründung für seine Auswahl: „Man legt sich nicht mit Mary Jo an. Sie lässt sich nicht leicht einschüchtern“ Sollte der Senat der Nominierung zustimmen, wird White den Posten von Mary Schapiro, die Ende 2012 nach vier Jahren zurück trat, einnehmen und die Interimschefin Elisse Walter vorerst arbeitslos machen.

Strafverfahren leider ausgeschlossen

Mit ihr kommt nach einer langen Ära von Finanzspezialisten und Professoren erstmals eine Staatsanwältin an die Spitze der SEC. Der amerikanische Präsident zeigt mit der Nominierung, wo die Reise hingehen soll. „Es reicht nicht, die Gesetze zu ändern“, sagte Obama. „Es braucht auch Polizisten, die sie umsetzen.“ Und Mary Jo White ist so eine Kontrolleurin, die angedachten Finanzmarktreformen bei der Umsetzung überwachen soll und wenn nötig Regelwidrigkeiten aufzeigen und zivilrechtlich ahnden.

Wenn es nach Obama ging, müsste die 66-Jährige gleich ihres Amtes walten können, denn zahlreiche Aufgaben stehen an. Sie muss den laufenden Konflikt über die Regulierung des 2,5 Billionen Dollar schweren Marktes von Geldmarktfonds beilegen, 63 noch unausgegorene Paragrafen des Dodd-Frank-Gesetzes zur stärkeren Finanzmarktüberwachung zur Abstimmung fit machen sowie den Hochfrequenz-Handel massiver überwachen.

Es bleibt abzuwarten, wie lange die Zustimmung des Senates noch auf sich warten lässt. Denn erst dann kann White ihrem Ruf als Pitbull auch in der Finanzwelt gerecht werden.

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