Herkunft entscheidet über Erfolg

Dass die soziale Herkunft über das Bildungsniveau und den Erfolg im Leben entscheidet, wird immer wieder diskutiert. Die Eliten bleiben gern unter sich und rekrutieren daher aus den eigenen Kreisen. Das macht insofern Sinn, als dass die Codes der besseren Gesellschaft von der Wiege auf gelernt werden, was den Aufstieg in die Top-Positionen erheblich erleichtert – gerade bei Frauen, die am der Spitze der Wirtschaft unterrepräsentiert sind. Diese sollten daher am besten ins Großbürgertum geboren sein, titelt Die Welt. „Für diejenigen, die zu einer Minderheit in den Elitegruppen von Medien, Wissenschaft und Wirtschaft gehören – und das trifft auf Frauen immer noch zu – ist ein solcher familiärer Hintergrund umso wichtiger“ erklärt Prof. Michael Hartmann, Professor für Soziologie an der Universität Darmstadt.

Frauen, die ohne eine einflussreiche Eigentümerfamilie im Rücken ganz nach oben wollen, haben in der Politik oder in staatlichen Unternehmen eine bessere Chance. Das zeigt das Beispiel von Manuela Better. Sie hat es ganz an die Spitze der Hypo Real Estate (HRE) geschafft, die sich seit 2009 in staatlicher Hand befindet. In solchen Fällen spielen eher politische Einflüsse eine Rolle. In der Privatwirtschaft funktioniert es ohne die erwähnten familiären Verhältnisse nur schwer. Nur knapp sechs Prozent der Vorstands- oder Aufsichtsratschefs in großen deutschen Privatunternehmen sind in einer Arbeiterfamilie aufgewachsen, insgesamt 83 Prozent kommen aus dem Bürgertum oder Großbürgertum.

Allein ins Großbürgertum geboren zu sein, reicht natürlich nicht aus. Ein Studium muss schon sein und zwar am besten in einem Fach, das für Erfolg steht. Bis in die neunziger Jahre galt das Jurastudium als sehr hilfreich für den Weg an die Spitze. Heute sind in der Führungs- und Managementebene eher die Wirtschaftswissenschaften gefragt. Von den 15 Frauen, die in den Vorständen der DAX 30 Unternehmen vertreten sind, haben sieben eine wirtschaftswissenschaftliches Studium abgeschlossen, nur vier ein juristisches. Technisch-naturwissenschaftliche Studiengänge gelten auch immer stärker als Erfolgsrezept.

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