Die wichtigsten Frauennetzwerke (4): Zonta

Nicht nur um die eigene Karriere zu befeuern, schließen sich Frauen zu Netzwerken zusammen. Etwas weiterzugeben, anderen Frauen in schwierigen Situationen zu helfen oder ihnen die Karrierewege zu erleichtern, ist auch oft Ziel einer gemeinsamen Arbeit. Zu diesem Zweck wurde 1919 in New York das Frauennetzwerk Zonta International gegründet. Die neun Clubs in den US-Staaten Michigan, New York und Pennsylvania bildeten die erste weibliche Service-Organisation. Bis dahin gab es nur männerdominierte Vereinigungen wie Rotary International. Der Name Zonta entstammt der Sprache der Sioux-Indianer und bedeutet ehrenhaft handeln. Das Symbol des Netzwerks setzt sich ebenfalls aus Symbolen der Sioux zusammen.

Der erste Club in Deutschland wurde 1931 in Hamburg gegründet. Erst nach Ende des zweiten Weltkrieges entstand 1952 in München ein weiterer Club. Bis heute ist die Zahl rasant gestiegen und die Union deutscher Zonta-Clubs – der Zusammenschluss aller Clubs im Bundesgebiet – zählt mittlerweile 132 Clubs mit rund 4000 Mitgliedern. Jeder Club wählt seine eigenen Projekte, die er unterstützen möchte. Zusätzlich gibt es gemeinsame internationale Kampagnen, wie zum Beispiel aktuell Zonta says no. Mit diesem Projekt, welches im vergangenen Jahr startete, möchte Zonta eines seiner wichtigsten Anliegen vorantreiben: das Ende der Gewalt gegen Frauen, die noch immer überall auf der Welt zum Alltag gehört.

Jährlich eine Millionen Dollar für soziale Projekte

Weltweit gibt es mittlerweile über 30000 Mitglieder – allesamt Frauen in verantwortungsvollen Positionen. Verantwortungsvoll heißt dabei nicht zwangsläufig Top-Managerin. Sie spenden ihre Zeit, ihr Engagement und Geld, um die Situation von Frauen überall auf der Welt zu verbessern. Die Geldspenden der einzelnen Clubs und anderer Zonta-Unterstützer werden von der Zonta International Foundation verwaltet, die dafür sorgt, dass etwa eine Millionen Dollar jährlich dort ankommen, wo sie gebraucht werden.

Auch junge Frauen, die bereits auf einem guten Weg sind, werden von der Zonta-Stiftung unterstützt, um deren Karrierewege zu fördern und zu beschleunigen. So können Studentinnen der Wirtschaftswissenschaften oder Forscherinnen in der Luft- und Raumfahrttechnik Stipendien bis zu 6000 Dollar erhalten.

Die aktuelle Präsidentin von Zonta International –  Lynn McKenzie – kommt aus Neuseeland. Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts gibt es dort ein Wahlrecht für Frauen. Schneller war nur der US-Bundesstaat Wyoming – das bundesweite Wahlrecht wurde in den USA allerdings erst 1920 eingeführt. Neuseeland ist also ein Vorreiter in Sachen Gleichberechtigung, wenn auch immer noch nicht perfekt.

Im nächsten Teil unserer Serie „Die wichtigsten Frauennetzwerke“ geht es um das in Berlin gegründete Netzwerk Femtec.

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