Frauen übernehmen in Kanada die Vorstände

Die Zahl der Frauen in den Vorständen kanadischer Unternehmen ist mit 16 Prozent so hoch wie nie zuvor. Vor allem in den Chefetagen der staatlichen Betriebe erhöhte sich der Frauenanteil deutlich.

Die kanadischen Unternehmen haben in den letzten zwei Jahren mehr Frauen in ihre Vorstände geholt. Damit reagieren sie auch auf den Druck der Börsenaufsicht. Bei den 422 größten Unternehmen Kanadas waren im vergangenen Jahr 16 Prozent aller Vorstände weiblich, so eine Studie von Catalyst. Noch 2011 waren nur 14,5 Prozent aller Vorstände Frauen.

Insgesamt seien die Fortschritte nicht dramatisch, sagte Alex Johnston von Catalyst zu Bloomberg. Doch bei den staatlichen Unternehmen habe es einen „bedeutsamen“ Anstieg um zwei Prozentpunkte gegeben. Staatliche Unternehmen hatten 2013 circa 12 Prozent weibliche Vorstände. Zwei Jahre zuvor saßen in den Vorständen nur 10 Prozent Frauen.

Zudem ist die Zahl der Unternehmen, in deren Vorständen es gar keine Frauen gibt, von 39,5 Prozent vor drei Jahren auf 36,5 Prozent gefallen. Es werde für Unternehmen ohne Frauen in den Vorständen immer weniger vertretbar zu sagen, dass sie keine qualifizierten Frauen finden können, so Johnston.

Die Börsenaufsicht von Ontario (OSC) hat die Unternehmen, die an der Börse von Toronto gelistet sind, aufgefordert anzugeben, wie viele Frauen sie in ihren Vorständen haben. Zudem müssen die Unternehmen Bericht über ihre Richtlinien zur Frauenförderung am Arbeitsplatz erstatten.

Die öffentliche Verwaltung hatte mit 34 Prozent den höchsten Anteil von Frauen in den Vorständen. Doch auch in den Sektoren Kunst und Unterhaltung, Finanzen und Versorgungswirtschaft lag der Anteil der weiblichen Vorstände bei 26, 22 beziehungsweise 23 Prozent. Bergbau und Energie-Konzerne hatten mit 7 Prozent den geringsten Frauenanteil in den Vorständen.

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