Führen mit Herz

Oft wird Frauen nachgesagt, dass sie zu weich sind, um Führungsaufgaben zu übernehmen. Sie verfügen zwar häufiger über die viel gelobten Soft Skills und sind empathischer, aber weniger entscheidungsfreudig und durchsetzungsstark. Auch wenn das erstmal wie eine Ausrede dafür klingt, warum Frauen in den Führungsetagen ausbleiben: sind Härte und Risikobereitschaft tatsächlich die einzigen Anforderungen an die Chefin oder den Chef?

Führung ist eine Herzensangelegenheit - Respekt und Wertschätzung die wichtigsten Erfolgsfaktoren. (Quelle: Flickr/Jetske19)

Führung ist eine Herzensangelegenheit – Respekt und Wertschätzung die wichtigsten Erfolgsfaktoren. (Quelle: Flickr/Jetske19)

Die Frage, unter welchem Führungsstil ein Team am produktivsten ist, lässt sich schwer beantworten. Denn jeder Angestellte braucht vermutlich einen individuellen Führungsstil, damit er die beste Arbeit vollbringen kann. Ist es der Chef, der hart durchgreift, Überstunden voraussetzt und einen kompromisslosen Weg vorgibt? Oder ist es der Vorgesetzte, der seinen Mitarbeitern freien Lauf lässt, dem es egal ist, ob im Café, im Home Office oder im Büro gearbeitet wird und der für alle Probleme ein offenes Ohr hat?

Führung ist ein komplexes Thema und für jeden Mitarbeiter den richtigen Weg vorzugeben, eine große Herausforderung.

Doch weder autoritärer Führungsstil noch Laissez-faire allein werden zur Höchstleistung bei den Mitarbeitern führen. Wertschätzung und Respekt sind die eigentlichen Erfolgsfaktoren, sagt Dr. Karin Uphoff. Und damit kommt man vermutlich dem klassischen Führungsstil der als kooperativ bezeichnet wird am nächsten. Aber um klassische Führungsstile geht es bei der Initiative heartleaders nicht, die von Karin Uphoff ins Leben gerufen wurde. In diesem Business-Netzwerk geht es um Zukunftsvisionen und modernes, verantwortungsvolles Management.

Die Initiative heartleaders bringt Menschen und Unternehmen zusammen, die ein respektvolles und wertschätzendes Miteinander als unverzichtbaren Erfolgsfaktor sehen. Dazu gehören nicht nur Unternehmer und Führungskräfte, sondern auch Studenten und Angestellte ohne Leitungsfunktion. Sich für das Führen mit Herz einsetzen kann jeder. „In Deutschland sind Menschen die wichtigste Ressource“, sagt Karin Uphoff. „Trotzdem gehen wir beruflich häufig sehr rüde miteinander um.“ Damit Mitarbeiter aus diesem Grund nicht innerlich kündigen und so viel von ihrem Leistungspotential verloren geht, sollte sich das unbedingt ändern. Dass sich Vorgesetzte – egal ob Frau oder Mann – viel mehr von ihrem Herzen führen lassen sollten, ist also durchaus ein wirtschaftlich relevantes Thema.

Die nächsten Möglichkeiten, die Initiative persönlich kennenzulernen, bieten sich am 3. April in Frankfurt und am 8. Mai in München – zum sogenannten Future Talk.

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