Geschafft – heute haben Frauen soviel in ihrer Lohntüte wie die Männer im letzten Jahr!

Am heutigen Freitag wird wieder einmal daran erinnert, dass Frauen noch immer deutlich weniger verdienen als Männer. In Zahlen sind es 22 Prozent und das bedeutet, dass Frauen in Deutschland 80 Tage länger arbeiten müssen, um ihren Geldbeutel auf denselben Stand zu bringen wie die Herren. So berechnet sich der Equal Pay Day hierzulande, wo er heute zum siebten Mal begangen wird. Seinen Ursprung hat er in den USA mit der „Red Purse Campaign“, die 1988 vom Netzwerk Business and Professional Women initiiert wurde.

Viele rote Taschen sind heute in der Bundesrepublik zu sehen. Diese stehen für die roten Zahlen, die angestellte Frauen bis heute schrieben – relativ zu ihren männlichen Kollegen. Grund für die signifikante Gehaltsdifferenz zwischen den Geschlechtern ist zum einen die Tatsache, dass Frauen nach wie vor in den schlechter bezahlten Berufen zu finden sind. Außerdem übernehmen – oder bekommen – sie seltener Leitungsfunktionen. Aber auch der bereinigte Gender Pay Gap zeigt, Frauen erhalten weniger Lohn für exakt dieselbe Arbeit.

Frauen sind bescheidener. Sie pokern in Gehaltsverhandlungen nicht so häufig und sind mit weniger Gehalt zufrieden. Nicht zuletzt weil sie manchmal froh sind, überhaupt einen Job gefunden zu haben, der mit Familie vereinbar ist. Dementsprechend bekommen sie auch weniger. Dass Frauen mehr Pausen im Job einlegen und öfter ausfallen ist kein Geheimnis. Kommen sie aus der Babypause zurück, steigen sie oft in Teilzeit ein. Und bei Teilzeitstellen fällt die Wertschätzung und damit das Gehalt häufig geringer aus. Dieser Teufelskreis lässt die Lohnlücke seit vielen Jahren nicht wesentlich schrumpfen. Übrigens nimmt der Gehaltsunterschied mit steigendem Alter dramatisch zu von 2 Prozent bei unter 24-Jährigen auf 28 Prozent bei über 55-Jährigen.

In den neuen Bundesländern ist der Gender Pay Gap deutlich geringer als im Rest der Republik. Fast ausnahmslos liegt er dort im einstelligen Prozentbereich. Spitzenreiter ist Baden-Württemberg mit 27 Prozent. Im EU-Vergleich ist Deutschland damit ein Schlusslicht und liegt weit über dem europäischen Durchschnitt von 16 Prozent. Den Equal Pay Day gibt es auch in anderen Ländern, allerdings unterscheidet sich das Datum von Land zu Land, aufgrund der unterschiedlich großen Lohnlücken.

Laut der Deutschen Mathematiker Vereinigung haben sich die Initiatoren des Equal Pay Day ein wenig vertan, was das Datum angeht. Eigentlich ist die Lohnlücke erst Mitte April geschlossen.

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