Weibliche CEOs werden öfter gebeten zu gehen

Über 14 Jahre hinweg hat die Beratungsfirma Strategy& die Fluktuation der CEOs in den 2500 größten Unternehmen weltweit beobachtet. Der erfreuliche Ausblick der Studie: bis 2040 werden ein Drittel aller CEOs weiblich sein. Bereits in den letzten 10 Jahren haben 75 Prozent mehr Frauen den obersten Management-Posten bestiegen als verlassen. Das macht Mut, vor allem Frauen, die einen Posten als Konzernchefin anstreben.

Aber wir hätten ja keine Diskussion um Frauenquote und Co. wenn alles auf dem guten Weg wäre. Schließlich schreiben wir erst das Jahr 2014 und nur etwa 3 Prozent der aktuell eingestellten Firmenchefs sind weiblich. Und bis 2040 zu warten, dass sich die Situation verbessert, klingt nicht nach der besten Lösung.

Wohin sollte man sich als Managerin orientieren, wenn man auf der Karriereleiter ganz nach oben möchte? Die meisten weiblichen Vorstandsvorsitzenden sind mit über 3 Prozent bisher in den USA und Kanada zu finden, gefolgt von China mit 2,5 Prozent. Also egal ob Ost oder West, überall ist es besser als hier. Mit gerade mal 1,4 Prozent sieht es mit den Frauen in den westeuropäischen Vorstandsetagen nämlich düster aus. Nur in Japan war der Frauenteil über die vergangenen Jahre noch geringer (0,8 Prozent).

Die Auswahl der Branche ist ebenso wie der Standort ein entscheidendes Kriterium für die Karrierefrau. In der Studie stellt sich die IT-Branche als die günstigste heraus – immerhin 3,1 Prozent weiblicher CEOs gab es über den Studienzeitraum. Der in puncto Frauenfreundlichkeit häufig kritisierte Finanzsektor hingegen steht gar nicht so schlecht da – immerhin 2,1 Prozent weibliche CEOs sind hier zu finden. In der Rohstoffindustrie hingegen herrscht Aufholbedarf.

Alles in allem machen die Aussichten Mut – die Anzahl weiblicher CEOs steigt, wenn auch kaum merklich. Allerdings gibt es erwartungsgemäß einen Haken an der Sache: signifikant öfter als ihre männlichen Kollegen werden Unternehmenschefinnen ihres Amtes wieder enthoben. Ein möglicher Grund dafür könnte sein, dass mehr als ein Drittel der weiblichen CEOs von „außerhalb“ geholt. Bei den Männern sind es nur 22 Prozent, die nicht aus dem Unternehmen selbst stammen. Frauen, die keine „in house“ Karriere gemacht haben, sind dementsprechend schlechter mit den Sturkturen und kulturellen Gepflogenheiten im Unternehmen vertraut.

 

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