Die wichtigsten Frauennetzwerke (8): BPW

Gleiche Chancen für Frauen und Männer – das sollte eigentlich kein Thema mehr sein, sondern eine Selbstverständlichkeit. Gelegentlich muss jedoch noch darin erinnert werden. Gleichberechtigung ist daher ein wichtiges Ziel des Frauennetzwerks BPW – Business and Professional Women – Germany e.V.. Der Verband setzt sich unter anderem für gleiche Karrierechancen und gleiche Bezahlung ein.

Netzwerke sind einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren. Egal ob als Unternehmerin oder als Angestellte, ohne Kontakte und vertrauensvolle Ratgeber geht es nicht. Männer netzwerken offensiver und zielgerichteter, heißt es oft. Und fast wie nebenbei. Aber Frauen holen immer mehr auf und haben inzwischen auch gelernt, wie wichtig professionelles Kontaktepflegen ist. Und vor allem: sich gegenseitig zu unterstützen. Laut der ehemaligen Hamburger Justizsenatorin Lore Maria Peschel-Gutzeit ist die gegenseitige Unterstützung unter Frauen noch ausbaufähig. „Die mangelnde Solidarität unter Frauen ist die Macht der Männer“, sagte sie auf einer Rede zu Gast beim Business and Professional Women – Germany e.V, kurz BPW.

BPW Germany ist eines der wichtigsten und größten Netzwerke für berufstätige Frauen aller Branchen und Karrierestufen. Der Verein ist ein Dachverband von 44 regionalen Clubs, die den Gedanken- und Erfahrungsaustausch vor Ort ermöglichen. Der Austausch zwischen den Mitgliedern wird ergänzt durch Seminare, Vorträge und ein Mentoring-Programm. Zum Beispiel werden regelmäßige Seminare mit dem Titel „Building on Diversity – Karrierewege für Frauen“ angeboten . Hier steht Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Vordergrund und der Wiedereinstieg nach einer Familien- oder Pflegephase.

Die ehrenamtliche Arbeit der ca. 1800 Mitglieder ist in Arbeitsgruppen organisiert. Es gibt Arbeitsgruppen auf Bundesebene, die sich mit globalen Themen wie der Gründung neuer Clubs beschäftigen, sowie solche, die sich regional engagieren, um die Themen vor Ort voran zu bringen. Auch Unternehmen können dem Netzwerk beitreten. Unternehmensmitglieder in Deutschland sind bisher GE Germany und die Seven Principles AG.

Einfluss bei der UNO und im Europarat

Der deutsche Verband unter der aktuellen Präsidentschaft von Henrike von Platen ist wiederum Mitglied des BPW international. Insgesamt gibt es BPW in 100 Ländern mit ca. 30.000 Mitgliedern. Den Mitglieder bietet sich damit ein weltumspannendes Netzwerk, welches sich für die Interessen der Frauen einsetzt. Der Verband besitzt Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und dem Europarat sowie ständige Vertreterinnen bei der UNO in New York, Paris, Wien und Genf. Der Austausch unter den Mitgliedern wird über internationale und europaweite Kongresse organisiert.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ein Schwerpunkt des internationalen Netzwerks. Daher engagieren sich die Mitglieder auch sehr stark zum jährlichen Equal Pay Day. Dieser hat seinen Ursprung in den USA, wo 1988 vom BPW die „Red Purse Campaign“ initiiert wurde.

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