Beziehung als Karrierekiller oder Karriereförderer?

Kind, Karriere, Haus bauen, ein Unternehmen gründen und trotzdem noch genug Freizeit– wir wollen heutzutage alles und am besten alles auf einmal. Niemand schafft diese Mammutaufgabe allein zu bewältigen. Wir brauchen dafür stabile Beziehungen zu Menschen, die uns unterstützen und die wir im Gegenzug unterstützen können. Die wichtigste Rolle spielt dabei die Beziehung zum Partner.

Vor allem für Frauen stellt sich immer wieder die Frage: wie Kind und Karriere unter einen Hut bekommen? Männer scheinen es da leichter zu haben – auch wenn es vielmals gar nicht so ist. Dass beide Partner voll durchstarten was den Job angeht, ist schwer möglich, sobald Kinder da sind. Ein Grund, warum das gemeinsame Leben häufig von Anfang an auf die Karriere des Mannes ausgerichtet ist.

Eine Auswertung der Mikrozensus-Daten 2011 ergab: Frauen, die allein leben haben eine deutlich höhere Chance in eine Führungsposition aufzusteigen. Aber allein leben heißt eben, nicht alles zu haben – vor allem keine Kinder. Und das ist für viele junge Frauen nicht das angestrebte Lebensmodell. Männer hingegen scheinen von Partnerschaft und Familie in puncto Karriere zu profitieren. Von den Alleinlebenden waren 21 Prozent in einer verantwortlichen Position tätig, Männer die nicht allein leben hingegen zu 26 Prozent.

Ist der Partner also ein Karrierehemmnis für Frauen? Auf den ersten Blick sieht es so aus, aber das muss und sollte natürlich nicht so sein. Und stellt man es geschickt an, kann man die Karriere des jeweils anderen beflügeln. Dass beide Partner bessere Karrierechancen haben, findet man vor allem in Beziehungen zwischen Partnern mit gleichem Bildungsstand. Im Durchschnitt profitieren Männer laut Studie immer ein bisschen mehr – egal wie die Paarkonstellation aussieht. Frauen, die wissen dass ihnen ihre eigene Karriere ebenso wichtig ist, wie die ihres Partners, sollten daher bei der Partnerwahl achtgeben, sich jemanden zu suchen, der ihr Vorhaben unterstützt. Denn wenn beide kompromissbereit sind, können auch beide vorankommen.

Frauen profitieren dann von einer Partnerschaft, wenn sie durch den Partner bei der Hausarbeit und der Kindererziehung entlastet werden. Das ist nicht überraschend und womöglich bedarf es auch keiner Studie für diese Erkenntnis. Aber es sollte öfter mal thematisiert werden. Und zwar nicht hier, sondern vor allem in der Partnerschaft.

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2 Comments
  1. Lieber Nils Terborg,

    vielen Dank für den Kommentar. Das Klären der Rollenverteilung innerhalb in der Beziehung versäumen viele Paare womöglich, weil es für die Frauen geklärt scheint, dass sie heutzutage ebenso eine Ernährerrolle übernehmen, wie der Mann und die Männer sich mitunter nicht trauen, zu kommunizieren, dass sie damit ein Problem haben. An Anregungen, wie man diesen Konflikt auflösen könnte, mangelt es vielleicht noch ein bisschen.

    Beste Grüße!

  2. Guten Tag Frau Mieth!

    Schöner Artikel und ein unglaublich komplexes Thema!

    Denn die Herausforderung beim Vereinbaren von beruflichen Ambitionen und glücklicher Beziehung liegt nicht nur im Zeitmanagement, sondern auch in der Rollengestaltung. Wird die Frau beruflich erfolgreich, entspricht sie irgendwann nicht mehr der traditionellen Frauenrolle und das wirkt sich natürlich auch auf die Männerrolle aus.

    Wenn beide Partner es versäumen, die Rollenverteilungen innerhalb der Partnerschaft neu zu klären, dann führt das oft zu großen Problemen.

    Aber klar, alleine das Setzen von Prioritäten ist bei Zeitstress oft schon eine Herausforderung…

    Viele Grüße,

    Nils Terborg

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