Die wichtigsten Frauennetzwerke (9): Soroptimist

Frauennetzwerke und Verbände sind heute nichts Seltenes mehr – zum Glück. Denn dass Netzwerken wichtig für die Karriere ist, ist lange bekannt. Die meisten Jobs werden über Kontakte vergeben. Außerdem ist der fachliche sowie allgemeine Austausch mit anderen Führungskräften elementar für den beruflichen Erfolg.

Aber auch die gemeinsame Unterstützung sozialer Projekte steht bei den meisten Netzwerken im Vordergrund. So auch bei Soroptimist International, der weltweit größten Service Organisation für Frauen, mit etwa 93.000 Mitgliedern. Rund 4.000 Frauen zählt das Netzwerk allein in Deutschland. „Wir engagieren uns für eine bessere Welt“ ist der Leitspruch – dazu gehören unter anderem Schulprojekte für Flüchtlingskinder. Wer dem Netzwerk beitreten möchte, auf den wartet also viel Arbeit. Die monatlichen Treffen sind verpflichtend, man möchte möglichst wenig inaktive Mitglieder haben. Dafür bekommt man allerdings auch eine Menge geboten.

Denn natürlich geht es neben dem sozialen Engagement darum, den beruflichen Aufstieg von Frauen zu fördern. Dazu wurde ein Mentoring-Programm ins Leben gerufen, bei dem erfahrene und erfolgreiche Frauen Berufseinsteigerinnen zur Seite stehen. Diese Art von gegenseitiger Unterstützung unter Frauen ist vermutlich sinnvoller und effektiver als eine Frauenquote, wie sie kürzlich in Deutschland eingeführt wurde. Leider wird Frauen jedoch oft nachgesagt, dass sie sich gegenseitig nicht fördern, was ihnen einen deutlichen Nachteil gegenüber den Männern verschafft. Daher sind solche Maßnahmen begrüßenswert. Hauptgewinn als Netzwerkmitglied sind die internationalen Kontakte – und Kontakte sind in der Berufswelt bekanntlich alles.

Wie viele andere weltweite Netzwerke hat Soroptimist seinen Ursprung in den USA, genauer gesagt im kalifornischen Oakland. Dort wurde es vor fast 100 Jahren, 1921, ins Leben gerufen. Offen ist das Netzwerk heut für alle berufstätigen Frauen jeder Karrierestufe. Es ist in lokalen Clubs organisiert, aufgrund der Vielzahl der Mitglieder gibt es in größeren Städten sogar mehrere Clubs. Um den fachübergreifenden Austausches zu gewähren, wird darauf geachtet, dass in einem Club jeder Beruf nur einmal vertreten ist. Um aufgenommen zu werden, benötigt man die Empfehlung eines Mitglieds.

Im Vergleich zu vielen andern weiblichen Karrierenetzwerken werden bei Soroptimist – was soviel bedeutet wie „die besten Schwestern“ – keine Männer aufgenommen.

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2 Comments
  1. Hallo Janine,

    vielen Dank für den Beitrag. Ja, vor allem für Selbständige sind Netzwerke ein unverzichtbares, wertvolles Gut. Wir finden es großartig, dass sich immer mehr Frauen zu Netzwerken zusammenschließen, dort lernen, ihre Bedürfnisse und vor allem ihre Fähigkeiten zu kommunizieren und anderen helfen. Wir wünschen euch viel Erfolg – erst einmal für die kommenden 100 Jahre!

  2. Vielen Dank für diesen interessanten Artikel. Knapp 100 Jahre bergen sicherlich viele, spannende Geschichten von Frauen, die sich durch die Arbeit dieses Netzwerks beruflich und persönlich weiterentwickeln konnten. Viele Frauen haben oft das Nachsehen, wenn Männer Netzwerken. Aus diesem Grund wird sich auch unser jungfräuliches Netzwerk ausschließlich auf Frauen konzentrieren, allerdings ausschließlich selbständige Frauen. Wir planen den offiziellen Start im Juli 2015 und wünschen uns, in knapp 100 Jahren auch auf viele Frauen zurückblicken zu können, die Selbiges durch unsere Arbeit erfahren durften.
    Ihnen weiterhin viel Erfolg mit Ihrem Blog
    Janine

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