Alles zu meiner Zeit?

Selbstbestimmung, das ist heutzutage das große Stichwort, wenn es darum geht, das eigene Leben zu planen. Und das ist auch gut so, denn wer sonst, außer uns selbst, sollte besser wissen, was wir wollen und wie wir das erreichen. Ein Ergebnis davon ist allerdings die immer häufiger werdende Kinderlosigkeit. Denn bei aller Selbstbestimmtheit, die Natur können wir nicht beeinflussen!

Dass die Natur einem gern einen Strich durch die Rechnung macht, was die Familienplanung angeht, müssen viele Paare erfahren, wenn sie dann, selbstbestimmt, beschlossen haben, dass es jetzt so weit ist. Als Folge davon bleiben sie ungewollt ohne Nachwuchs. Vielen ist einfach nicht bewusst, wie stark die Fruchtbarkeit der Frau tatsächlich abnimmt. Und das nicht erst, wenn sie die 40 erreicht hat, sondern viel früher.

Eine relativ neue Errungenschaft der Reproduktionsmedizin kann den Frauen ein Stück dieser fehlenden Selbstbestimmtheit verschaffen. Social Freezing nennt sich das Ganze und bedeutet nicht mehr oder weniger als das Einfrieren von Eizellen, um sie eventuell später für eine künstliche Befruchtung zu verwenden. Die Bezeichnung Social Freezing ist eine deutsche Erfindung, der Rest der Welt nennt es ganz schlicht Egg Freezing. Die entnommenen Eizellen werden auf Eis gelegt und wenn sie irgendwann für eine gewünschte Schwangerschaft aufgetaut werden, haben sie noch immer die Qualität, die eine junge Eizelle hat.

Was heißt jung, kann man sich da fragen. Im Idealfall wird eine Frau schwanger, wenn sie die maximale Fruchtbarkeit erreicht hat, zwischen Anfang und Mitte 20. Danach sinkt die Fertilität langsam, mit Erreichen des 35. Lebensjahrs rapide. Der perfekte Zeitpunkt, um Eizellen in den Tiefkühler zu legen, ist also irgendwann in den Zwanzigern. Die meisten Frauen denken jedoch in diesem Alter noch, dass sie irgendwann auf natürlichem Weg schwanger werden und unterschätzen dabei häufig den Altersaspekt. Experten empfehlen das Anlegen der Fruchtbarkeitsreserve daher vor dem 35. Geburtstag. Als Höchstgrenze werden 38 Jahre genannt. Im Prinzip kann können natürlich Eizellen jeden Alters eigefroren werden, man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass die Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft stark abnehmen.

Eine Garantie bietet das Social Freezing nicht, genauso wenig wie es eine Garantie gibt, auf natürlichem Weg ein Kind zur Welt zu bringen. Es ist eher als eine Versicherung zu sehen gegen ungewollte Kinderlosigkeit. Mit Erfolgsraten von etwa 50 Prozent bei Eizellen, die jünger als 35 sind – Tendenz steigend – eine Versicherung in die es sich durchaus zu investieren lohnt. Gründe für eine nicht-medizinische Entscheidung, Eizellen einfrieren zu lassen, gibt es viele. Möglicherweise ist es der Wunsch, erst einmal Karriere zu machen. Noch häufiger ist jedoch der fehlenden Partner der Auslöser.

Dass Unternehmen wie Apple und Facebook das Egg Freezing unterstützen und ihren Mitarbeiterinnen in verantwortungsvollen Positionen anbieten, die Kosten zu übernehmen, ist stark in die Kritik geraten. Zu stark sei der Eingriff in das Privatleben der Angestellten, zu groß der Druck auf die jungen Frauen, sich in den besten Jahren nur für die Firma aufzuopfern. Dass beispielsweise Facebook auch eine viermonatige Auszeit und 4000 Dollar Baby Cash bezahlt, wurde nicht so häufig erwähnt. Trauen wir den Frauen nicht zu, selbst zu entschieden, ob sie Familie oder Job als ihr bevorzugtes Lebensmodell ansehen?

Alle wichtigen Informationen zum Thema sind auf izelle.de zu finden.

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