Mehr Frauenpower für deutsche Chefetagen

Führungskräfteseminare mit Pferden als Co-Trainer bereiten Frauen auf Führungsaufgaben vor

Namenhafte Studien belegen, dass mehr Frauen in Führungspositionen Unternehmen und Wirtschaft gut täten. Dies hat die deutsche Wirtschaft bereits vor langer Zeit erkannt und verpflichtete sich 2001, freiwillig mehr Frauen in Führungspositionen einzusetzen. Getan hat sich seitdem jedoch wenig, wie das „Managerinnen Barometer 2015“ des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigt. Dafür gibt es viele Gründe: In einer oft männerdominierten Welt ist es für Frauen sehr schwer, akzeptiert zu werden und langfristig Fuß zu fassen. Die meisten potenziellen Kandidatinnen für Führungsaufgaben haben eine hervorragende fachliche Qualifikation, was ihnen oft fehlt – im Gegensatz zu ihren männlichen Kollegen – ist das nötige Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen. Eine gezielte Vorbereitung mit Augenmerk auf authentisches Auftreten, klare Kommunikation und das Einfordern von Respekt lässt sich in Führungskräfteseminaren mit Pferden als Co-Trainer hervorragend trainieren. Pferde sind in ihrem Sozialverhalten den Menschen sehr ähnlich und zeigen in den Leadership-Trainings wie ein Spiegel, ob ihr Trainingspartner authentisch wirkt und als Chef akzeptabel ist. „90 Prozent unserer Kommunikation geht tatsächlich über unsere Körpersprache und das ist Führungskräften meist nicht bewusst. Männer haben hier tendenziell einen Vorteil, weil sie ihre Körpersprache intuitiv stärker einsetzen als Frauen“ sagt Margit Dellian. Sie hat die equi-com® Seminare mit Pferden als Co-Trainer ins Leben gerufen und trainiert zusammen mit ihren vierbeinigen Kollegen weibliche und männliche Führungskräfte im Einsatz von Körpersprache und den so genannten Soft Skills.

Männliche und weibliche Führungsqualitäten machen den Erfolg

„Frauen führen anders als Männer und das ist auch gut so“ weiß Professor Dr. Nicole Graf, Rektorin der DHBW Heilbronn, die in engem Austausch mit namhaften Unternehmen wie der Würth-Gruppe, Kaufland oder Daimler steht. „Immerhin zählen Führungsqualitäten wie Empathie, Einfühlungsvermögen und Zugänglichkeit, die nachweislich verstärkt Frauen zugeschrieben werden, zu den wichtigsten Faktoren, um Mitarbeiter in Zeiten des Fachkräftemangels emotional an ihren Arbeitgeber zu binden.“ Dies belegen auch Studien, wie z.B. von Gallup, einem der weltweit führenden Markt- und Meinungsforschungsinstitute. Und die Rektorin der DHBW Heilbronn bestätigt weiterhin: „Einige Unternehmen haben bereits erkannt, wie wichtig Frauen in Führungspositionen sind. Sie motivieren und qualifizieren ihren weiblichen Führungsnachwuchs durch sogenannte Frauen-Förderprogramme. Mithilfe von gezielten Seminaren und Workshops sollen Frauen an das Thema „Führung“ herangeführt und vorbereitet werden.“

In klassischen „Männerbranchen“ wie z. B. in der Technik- und Automobilbranche, haben es Frauen besonders schwer, sich als Chef durchzusetzen und in Führungspositionen zu bestehen. So auch die Erfahrung von Maria Schmelcher, Leiterin Pesonalentwicklung der csi entwicklungstechnik GmbH, einem Entwicklungsdienstleister, der alle deutschen Premiumautomobilhersteller zu seinen Kunden zählt: „In typischen Männerdomänen braucht eine Frau ein hohes Maß an Durchsetzungsvermögen, Überzeugungskraft und Hartnäckigkeit. Fähigkeiten, die eher männlicher Natur sind. Der Vorteil von weiblichen Führungskräften ist es, mehr Empathie und Einfühlungsvermögen in die Unternehmenskultur einzubringen. In Kombination mit Durchsetzungsstärke und klarer Linienvorgabe ist dies nachweislich die beste Führungsmethode, um Mitarbeiter zu motivieren und emotional an das Unternehmen zu binden. Ein klarer Wettbewerbsvorteil in Zeiten des Fachkräftemangels.“

Führungskräftetrainerin mit Übungspferd

Margit Dellian – hier mit Trainingspferd Atila – ist seit 2009 als Kommunikations- und Führungskräftetrainerin tätig und hat die Leadership-Trainings mit Pferden ins Leben gerufen. (Foto: Christiane Slawik)

Um sowohl die „weichen“, eher weiblichen aber auch die „harten“ und somit eher männlichen Führungseigenschaften zu fördern, hat die csi entwicklungstechnik bereits vor einiger Zeit ihr Führungskräfteentwicklungsprogramm um Trainings mit Pferden als Co-Trainer ergänzt. „In einem 2-tägigen Workshop konnten unsere Geschäftsführer, Team- und Entwicklungsleiter in der praktischen Arbeit mit Pferden erleben, welche Fähigkeiten ein Chef bzw. eine Chefin haben muss, um von den Mitarbeitern akzeptiert zu werden. Das Feedback war bislang durchweg positiv, alle sind von den praxisnahen Trainings begeistert und der Inhalt bleibt durch das eigene Erleben nachhaltig verankert“, resümiert Maria Schmelcher.

Authentische Führung ist nicht theoretisch erlernbar, sie muss erlebt werden

Auch die Wissenschaft belegt, dass sowohl die weichen als auch die eher harten Faktoren entscheidend zur Mitarbeiterbindung und damit zum langfristigen Unternehmenserfolg beitragen. „In der Theorie sind die Erfolgsfaktoren für gute Führung, wie Selbstbewusstsein, Durchsetzungsstärke, Selbststeuerung, Sozialkompetenz und vor allem Empathie kaum vermittelbar“, sagt equi-com® Initiatorin Margit Dellian, die selbst 20 Jahre Berufserfahrung als Unternehmerin und Führungskraft hat. „Diese Eigenschaften lassen sich kaum authentisch im Seminarraum oder in Rollenspielen mit anderen Seminarteilnehmern trainieren. Deshalb bekommen Führungskräftetrainings mit Pferden zunehmend Aufmerksamkeit in europäischen Chefetagen.“

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